BERLIN | Street Art & Graffiti | Museum for Urban Contemporary Art

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Mit dem riesigen Pin-up-Girl neben den weißen Engeln auf schwarzem Grund und den knallbunten abstrakten Formen, die zur Zeit die Fassade der Bülowstraße 7 schmücken, zieht das Gründerzeitgebäude in Schöneberg schon jetzt die Blicke der Passanten auf sich.

Die haushohen Wandgemälde bekannter Street-Art-Künstler heben das Haus von den grauen Fassaden der umliegenden Wohngebäude ab. Ab September 2017 soll das ehemalige Wohnhaus dann eine besondere Rolle in der internationalen Kunstszene spielen. Hier entsteht das Museum für Urban Contemporary Art, das erste Street Art Museum Deutschlands, dessen Umbau jetzt beginnt.

Zwei Etagen stehen für die Ausstellungen im Museum zur Verfügumng.

Das Gebäude als Leinwand

Sieben Meter hohe Wände und Hochstege: So könnte es im Museum aussehen.

Ein Widerspruch in sich, könnte man meinen. „Einer Kunstart, die schnelllebig, leicht greifbar und für alle zugänglich ist, ein Museum zu bauen, scheint zunächst wahnwitzig“, sagt Tim Renner, der Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten. Mit einem besonderen architektonischen und inhaltlichen Konzept soll den Merkmalen der Urban Art oder Street Art Rechnung getragen werden.

Die Direktorin von Urban Nation, Yasha Young, hat das Museum initiiert.

„Ein Museum für Street Art passt nicht in einen der glitzernden Tempel, in denen die etablierte Kunst gezeigt wird“, sagt Thomas Willemeit vom Architekturbüro Graft, das den Umbau des Gebäudes leitet.

„Das Museum muss das Dynamische, Schnelle und Unkonventionelle der Kunstrichtung widerspiegeln.“ Eine extreme Herausforderung für die Architekten, denn die Kunstrichtung hat sich schon längst selbst ihr eigenes Museum gesucht.

„Der eigentliche Ausstellungsort ist die Stadt “, sagt Willemeit. Und nicht ein glitzernder Tempel. Bei der Umgestaltung des ehemaligen Wohnhauses soll das Gebäude zur Leinwand werden. „Wir wollen eine Oberfläche für Kunst schaffen“, so Willemeit. Eine Wechselfassade mit austauschbaren Modulen soll es ermöglichen, die unterschiedlichen Kunstwerke an der Außenwand des Museums abzunehmen, zu lagern und zu einem späteren Zeitpunkt erneut zeigen zu können.

Im Innenraum des Museums soll die Geschossarchitektur des ehemaligen Wohnhauses aufgelöst und die Decken entfernt werden. „Am Schluss soll es nur noch zwei Etagen geben, deren bis zu sieben Meter hohen Wände Kunstwerke erlauben, wie man sie von Häuserfassaden kennt“, sagt Willemeit. Um die Kunstwerke auch oben aus der Nähe betrachten zu können, werden die Räume von Hochstegen durchzogen.

Auch inhaltlich nimmt das Museum die Merkmale der Kunstrichtung auf. Für Yasha Young, die als Direktorin von Urban Nation das Museumsprojekt angestoßen hat, verbindet Urban Art. „Die Kunst ist für mich eine Sprache, mit der unterschiedliche Kulturen, sprachliche und soziale Hintergründe überbrückt und vernetzt werden können“, sagt Young. Graue Wände in allen Teilen der Stadt würden zu Leinwänden und seien für jeden zugänglich. „Urban Art ist eine demokratische Kunst“, sagt die Direktorin.

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/24087392 ©2017


 




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